19.06.2010: Gelsenkirchen-Patt beim Leistungsmarsch in Bottrop-Grafenwald

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Anlässlich des 70-jährigen Bestehens lud die Freiwillige Feuerwehr Bottrop-Grafenwald zu einem Sommerfest mit großem Leistungsmarsch ein. Wie bereits in den vergangenen Jahren folgten auch diesmal zehn Kameraden des Löschzuges 12 aus Buer der Einladung der Feuerwehr Bottrop, an ihrem jährlich stattfindenden Leistungsmarsch teilzunehmen. Ausrichter diesmal war die Wachabteilung III von der Feuerwache 1 der Berufsfeuerwehr Bottrop, welche im letzten Jahr unter den Bottroper Mannschaften den ersten Platz belegte (insgesamt Platz 4) und somit den Bottrop-Internen "Adalbert-Schneider-Pokal" gewann, welcher gleichzeitig den Ausrichter für das nächste Jahr regelt. Insgesamt nahmen diesmal 21 Gruppen der Feuerwehren aus Bottrop und Umgebung teil, aus Gelsenkirchen waren zwei Gruppen der Freiwilligen Feuerwehr angemeldet.

Am Samstagmorgen gegen 11:00 Uhr trafen sich die Buerschen Kameraden am Gerätehaus 12, um letzte organisatorische Dinge zu erledigen. Es wurde "Marschverpflegung" eingekauft und der, eigens für die Leistungsmärsche gekaufte Bollerwagen fahrtüchtig gemacht. Nach einem kurzen Stopp beim örtlichen Getränkelieferanten konnte die Fahrt Richtung Bottrop-Grafenwald starten.

Nach Begrüßung durch die Organisatoren starteten die "Zwölfer", gleich hinter der zweiten Gelsenkirchener Gruppe, dem Löschzug 15 aus Scholven-Hassel, den aus neun Stationen bestehenden und zirka zehn Kilometer langen Fußmarsch durch die Felder von Grafenwald.

Bei der ersten Station am Feuerwehrhaus Grafenwald fing es bereits "kippelig" an. Gegen eine Hauswand gepresst, mussten 40 Cola-Kisten horizontal "gestapelt" werden. Innerhalb der vorgegebenen Zeit drei Minuten pressten und stützten die neun teilnehmenden Kameraden die Kisten mit Bravour gegen die Gerätehausfassade, sodass die Maximalanzahl an Kisten erfolgreich bewältigt wurde. Trotz miserabler Wettervorhersage und düster anmutenden Wolken am Bottroper Himmel, durchbrach überraschend die Sonne die Wolkendecke, sodass Jacken und Pullover abgelegt werden konnten.

Nun konnte endlich gewandert werden, denn in einem abgemähten Feld der Dorfschaft, wartete bereits die zweite Station. Ein Heuballen musste über eine Strecke von 100 Metern gerollt werden. Nicht wirklich schwer dachten die Ersten, hatten sie noch nicht gehört, dass während der Strecke eine neunte Person auf dem Ballen mitlaufen musste. "Auf die Plätze, Fertig, Los!" - Nach einem schnellen Sprint am Anfang ließen die Kräfte nach und die auf dem Heu balancierende Person musste ausgetauscht werden. Nach mehrfachen Stürzen vom Heuballen und endlos scheinenden drei Minuten war es vollbracht, in einer Zeit im oberen Drittel der Teilnehmerliste, wie man uns zur Beruhigung mitteilte.

Gut gelaunt, im Hintergrund die Beschallung des, auf dem Bollerwagen mitreisenden "Ghettoblaster", führte die Leistungsmarschstrecke weiter aus der Ortschaft heraus. Auf einer Wiese wartete die dritte Station mit dem Titel "Sackhüpfen". In einem Nylonsack aus der Industrie mussten vier Personen Stellung nehmen und zusammen eine gekennzeichnete Strecke auf Zeit entlang hüpfen. Trotz des Kommandos "Springt", kamen die vier Sackhüpfer ständig aus dem Takt, nicht selten lagen Personen flach auf der Wiese, was Zeit kostete. Dies sollte gewiss nicht unsere beste Station an diesem Tage werden.

Zügig wurde zur nächsten Station aufgebrochen, denn durch die sportliche Betätigung machte sich allmählich ein Hungergefühl breit, welches an Station 4 durch eine Schüssel Chili con Carne gestillt werden sollte. Auf dem Weg holten wir die Kameraden des Löschzuges 15 ein. Gemeinsam wurde an einem Feldweg verweilt. Die Wehr aus Scholven-Hassel brutzelte Grillfleisch auf dem auf ihrem Bollerwagen montierten Grill. Es roch lecker und wir bekamen Appetit. So entschied man sich schnell an der Scholvener Gruppe vorbeizuziehen und das Essen in einem nahe gelegenen Bauernhof zu sich zu nehmen. Während des Essens, wozu kühle Getränke gereicht wurden, mussten als vierte Station die Anzahl an Bohnen in einem Glas geschätzt werden, ein Klassiker jedes Leistungsmarsches.

Gut gestärkt führte die Strecke weiter durch einen Wald, in dem die Waldjugend bereits auf uns wartete. Auf einer Bierzeltgarnitur ausgebreitet, mussten ausgestopfte Tiere erraten werden, Türkentaube, Dompfaff und Wiesel lassen grüßen. Bis auf zwei Tiere konnten alle, mit der zugegebenermaßen starken Unterstützung der Waldkenner, bestimmt werden.

Weiter ging es einen Waldweg entlang, an dessen Ende die Grafenwalder Bebauung wieder begann. An einer abschüssigen Straße stand eine Seifenkiste für zwei Personen parat. Nachdem die leichteste und die schwerste Person der Gruppe ihr Gewicht geschätzt hatten und die Tendenz zu dem tatsächlichen Gewicht ermittelt wurde, konnten diese in das hölzerne Gefährt einsteigen. Von zwei Personen, über eine gekennzeichnete Strecke beschleunigt, ging es abwärts zu einer Ziellinie, an der bereits die restlichen Kameraden warteten. Die Seifenkiste wurde gebremst, umgedreht und mit vereinten Kräften wieder hinaufgeschoben. Die gestoppte Zeit, abzüglich der zuvor ermittelten Gewichtsdifferenz in Sekunden ergab eine gute Gesamtzeit.

An Station 7 ging es um das Thema "Sägen". Während ein Teil der Gruppe einen Fragebogen, zu den Sicherheitseinrichtungen einer Kettensäge beantwortete, tauschte ein weiterer Kamerad fachmännisch an einem vorliegenden Modell die Sägekette. Zeitgleich zersägten zwei weitere Teilnehmer einen Baumstamm auf Zeit.

Einen „Reinfall“, im wahrsten Sinne des Wortes, erlebten die Buerschen Kameraden bei der nächsten Station, in der Scheune eines Bauernhofes. Hier mussten Heuballen zu einem Turm aufgetürmt werden, auf dem am Ende ein, mit einem Höhenrettungsgeschirr gesicherter Kamerad stehen musste. Leider begann der Aufbau des Turmes stark unüberlegt, sodass das Fundament schließlich nachgab und der Heuhaufen auf einer katastrophalen Höhe von 1,70 m zum erliegen kam, während der Kletterer im Seil hing.

Der Leistungsmarsch endete wieder am Gerätehaus der Feuerwehr Grafenwald, an dem die letzte Station "Natodraht" wartete. Über ein Wasserbecken spannten Bundeswehr, THW und Feuerwehr ein Drahtseil, über das mit einem löchrigen Wassereimer in der Hand balanciert werden musste. Die vollen Eimer mussten auf der gegenüberliegenden Seite in eine Mülltonne entleert werden, der Wasserpegel wurde zur Ergebnisfindung gemessen. Dem zuschauenden Publikum konnte leider kein Gefallen gemacht werden und alle "Zwölfer" erreichten trocken das gegenüberliegende Ufer.

Um 18:00 Uhr stand die Siegerehrung im aufgebauten Festzelt auf dem Programm. Nach Dankesbekundungen an die Organisatoren ging es mit der Verleihung endlich los. Die Plätze flogen vorbei, doch noch kein Wort über eine Feuerwehr aus Gelsenkirchen. Da unterbrach der Chef der Feuerwehr Bottrop das Wort, verkündete es gäbe eine Kuriosität: Der Platz 13 wird doppelt verliehen, da zwei Gruppen Punktgleich wären. Ein Raunen ging durch unsere Gruppe: "Das sind bestimmt wir und die 15er, das sag ich euch." Dieser Verdacht schien sich auch schnell zu bestätigen. Nachdem der Löschzug 15 nach vorne gerufen wurde, schritten auch wir zur Urkundenübergabe. Unfassbar, was für ein Zufall!

Sieger des Leistungsmarsches wurde die Freiwillige Feuerwehr Bottrop-Kirchhellen und lud sofort zum Leistungsmarsch im nächsten Jahr in Kirchhellen ein. Wir bedanken uns bei der Feuerwehr Bottrop Grafenwald und der Wachabteilung III der Berufsfeuerwehr Bottrop für einen lustigen Tag und freuen uns bereits auf das nächste Jahr.